Keine Show für Täterschutz

Das Soundsystem „morelove goes gefährlich“ plant am Rande des diesjährigen Schanzenfests ein Open Air in der Rosenhofstraße. Zuletzt am Hafengeburtstag, aber auch bei früheren Veranstaltungen, war Sven-Peter P., der 2020 wegen einer Vergewaltigung verurteilt wurde, für die Technik der Gruppe verantwortlich.
Auch darüber hinaus gibt es weitere Vorwürfe und Berichte von Personen, die negative Erfahrungen mit dem Täter gemacht haben.

Das Schanzenfest ist autonom, selbstorganisiert und unangemeldet. Dies bedeutet auch, was über das von uns angekündigte Programm hinaus geht, geschieht teilweise unabhängig von uns und außerhalb unserer organisatorischen Wirkmächtigkeit. Die geplante Veranstaltung von morelove goes gefährlich in der Rosenhofstraße ist weder räumlich noch organisatorisch ein Teil des Schanzenfestes.

Wir haben die Gruppe im Vorfeld kontaktiert, um deutlich zu machen, dass Vergewaltiger und Täterschutz im Umfeld des Festes nicht toleriert werden und sie aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Vergewaltiger ausgeschlossen wird und nicht anwesend ist oder ihre Veranstaltung im Umfeld des Straßenfestes abzusagen.

In einem veröffentlichten Statement erklärt „morelove goes gefährlich“, sie seien bestürzt von den Ereignissen erfahren zu haben, die Zusammenarbeit mit dem Vergewaltiger dauerhaft beendet zu haben und einen sicheren Ort vor Grenzverletzungen herstellen zu wollen.

Zumindest in Teilen des Kollektivs war nach anderen Informationen allerdings schon länger bekannt, dass es einen Vergewaltiger in ihren Reihen gibt. Der Täter wurde laut diesen in der Vergangenheit in Schutz genommen, es wurde ihm weiterhin bereitwillig eine Bühne geboten, die Vergewaltigung wurde bestritten und Vorwürfe als falsch und übertrieben dargestellt.

Die Veröffentlichung der Gruppe legt nahe, erst jetzt von der Vergewaltigung erfahren und direkt gehandelt zu haben, um einen sicheren Raum herzustellen. Wir halten diese Schilderung allerdings nicht für glaubwürdig. Aufgrund der Veröffentlichungen, aber auch der Praxis des Löschens von Kommentaren in sozialen Medien, nachdem diese bekannt geworden sind.

Eine kurze Erklärung ist aus unserer Sicht daher nicht ausreichend, sondern wir halten eine weitergehende Aufarbeitung und Transparenz für notwendig. Dem selbst formulierten Anspruch, einen sicheren Ort vor Grenzverletzungen herzustellen, wird die Gruppe so nicht gerecht. Ein Festhalten an der geplanten Veranstaltung sehen wir aus diesem Grund kritisch.
Die Veranstaltung von „morelove goes gefährlich“ in der Rosenhofstraße ist weder räumlich noch organisatorisch ein Teil des Schanzenfestes und wir fordern das Kollektiv erneut auf ihr Open Air abzublasen da keine emanzipatorische und transparente Aufarbeitung mit erfolgt ist. Die Veranstaltung darf und wird nicht widerspruchslos und ungestört stattfinden.

Kein Platz für Vergewaltiger und ihre Unterstützer*innen.
Feminismus ist Handarbeit!

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