Im Zentrum der olympischen Idee steht nicht der Sport, sondern ein gigantisches Marketing, welches weltweit Bauruinen und gentrifizierungsverwüstete Stadtteile hinterlässt. Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren, als nächstes von dieser menschengemachten Katastrophe heimgesucht zu werden. Wir werden nicht zur Fußnote der olympischen Erzählung von nicht erreichten Planungszielen, höheren Kosten, Umweltzerstörung, explodierenden Mieten, Vertreibung und Repressionen, sondern machen uns im Schanzenviertel und anderen betroffenen Stadtteilen auf den Weg, die Geschichten umzuschreiben.
Insgesamt 20 der 33 geplanten Wettkampfstätten liegen direkt im Hamburger Stadtgebiet, 17 davon – also 85 Prozent – in einem Radius von nur sieben Kilometern rund um das Heiligengeistfeld. Was euphemistisch als Spiele der kurzen Wege beworben wird, bedeutet für alle die hier leben, wochenlange Polizeieinsätze, Hochsicherheitszonen, Kontrollen, Aufenthaltsverbote, Kameras, Hubschrauber- und Drohneneinsätze.
Das olympische Katastrophenzenario befördert den Klimawandel und steht für Ressourcenverschleuderung, massive Korruption und die Umschichtung von öffentlichen Geldern von unten nach oben. Reiche werden in diesem Prozess reicher, während alle anderen ärmer werden und die Folgen dieser Entwicklung finanzieren und ausbaden sollen.
Die Wirklichkeit ist weit davon entfernt ein olympisches Dorf zu sein. Und wir werden dieses nicht in Hamburg willkommen heißen. Wir stellen uns als direkt Betroffene gegen Olympia und autoritäre Zustände, die solche Veranstaltungen erst möglich machen. Wir haben zwar keine Millionen und Sponsoren, aber in unseren Widerständigkeiten können wir in Hamburg auf einen reichen Erfahrungsschatz von Straßenprotesten und erkämpften Projekten als soziale Basis zurückgreifen.
Wir hoffen auf die Beteiligung vieler Anwohner*innen auf dem Fest mit unkommerziellen Flohmarktständen und eigenen Beiträgen. Wie immer ist das Schanzenfest kein fertiges Event, sondern eine Plattform für alle, die eigene Aktionen und andere Beiträge veranstalten wollen.
Es wird von 9 – 22 Uhr in der kompletten Bartelsstraße, in der Susannen-, Schanzen- und Ludwigstraße Musikbühnen, Soundsysteme, Infostände und inhaltliche Beiträge geben.
Da sich in den letzten Jahren in der Bartelsstraße teilweise Engstellen ergeben haben, wird der Festbereich in diesem Jahr in Richtung Altonaer Straße erweitert. Hierzu wird auch die Susannenstraße ab Rosenhofstraße abgesperrt. Bitte nutzt die sich ergebenden Ausweichflächen um Engstellen zu vermeiden und haltet in der Mitte der Straße eine mindestens 3,5 m breite Rettungsgasse frei.
Einige Bereiche werden zudem abgesprüht für Rettungswege, Stadtteilinitiativen, gemeinsame Infrastruktur wie Bühne, Technik usw. Diese Bereiche sind freizuhalten und zu respektieren. Wir bitten zudem Fahrzeuge rechtzeitig umzuparken und weisen darauf hin, das rund um das Schanzenfest massive Durchfahrtsperren zum Schutz der Teilnehmenden errichtet werden und ein umparken im Verlauf des Festes nicht mehr möglich sein wird.
Auch in diesem Jahr wird Geld für die Durchführung des Festes, kriminalisierte Antifas und soziale Bewegungen gesammelt. Von den Ständen auf dem Schanzenviertelfest wird zu diesem Zweck eine solidarische Spende erwartet. Das Schanzenfest ist weiterhin unangemeldet und unkommerziell – professionelle, kommerzielle oder rücksichtslose Stände sind unerwünscht. Bitte denkt daran, dass es auch andere Stände gibt und passt eure Lautstärke an die Situation an!
Wir wollen auf dem Fest gemeinsam auf Übergriffe und Provokationen reagieren, aber auch besonnen auf die Sicherheit von Teilnehmenden ohne Pass oder traumatisierten Menschen achten. Ein solidarischer Umgang und kein rassistisches, antisemitisches, sexistisches, homophobes, transfeindliches oder sonstiges Scheißverhalten sollte selbstverständlich sein.
Wir wünschen uns allen ein sonniges Schanzenfest!
Infos: schanzenfest.noblogs.org
Kontakt: antifaschanzenfest@nadir.org
Mehr Informationen und Argumente gegen Olympia: https://www.nolympia-hamburg.de